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Bauchgefühl und Intuition

01.05.2018 | 4 Kommentare

Warum du nicht immer auf dein Bauchgefühl hören solltest!

Unser Bauchgefühl oder unsere Intuition gilt als einer der guten Wegweiser des Lebens. „Höre auf dein Bauchgefühl“ ist ein gerne gegebener Ratschlag.

Doch stimmt das wirklich?

Wie so oft gibt es zwei Seiten. Manchmal ist das Bauchgefühl ein guter Ratgeber und ein anderes Mal sollte man auf keinen Fall auf es hören. Die Kunst ist, das eine vom anderen zu unterscheiden. Dafür musst du wissen, wie das Bauchgefühl entsteht und wovon es beeinflusst wird.

Tatsächlich ist es so, dass unsere Intuition und unsere Bauchgefühle, die ihre Informationen aus unserem Unbewussten beziehen, viel mehr Informationen zur Verfügung haben als unser Bewusstsein jemals haben könnte. Das Unbewusste verarbeitet unzählbare Informationen, die uns nur selten bewusst zugänglich werden.

Der Thalamus – der Hüter der Schwelle – in unserem Gehirn sortiert Informationen nach ihrem „Gebrauchswert“. Und hier liegt der erste mögliche Fehlerpunkt. Das Gehirn filtert Informationen nach Relevanz und Neuigkeit. Alles andere fällt sozusagen mehr oder minder unter den Tisch. Informationen werden vom Gehirn als Energie wahrgenommen. Diese Energie muss einen Schwellenreiz überschreiten, um ins Bewusstsein vorzudringen.

Wer entscheidet, was relevant ist?

Das ist eine gute Frage. Das Gehirn entscheidet auf Grund von Vorerfahrungen, von Bedeutung für das Überleben und Neuigkeit. Ist etwas neu und aufregend, so hat es große Chancen am Thalamus vorbei zu kommen und den Weg in unsere bewusste Wahrnehmung zu finden.
Unsere Intuition beruht demnach sehr viel auf Vorerfahrungen. Und hier liegt eine weitere große Störanfälligkeiten des Bauchgefühls. Geht man nach dem Bauchgefühl und man hatte eine sehr schlechte Erfahrung z.B. mit einer älteren Frau, die eine Brille trug und graue Haare hatte, so ist es sehr wahrscheinlich, dass das Bauchgefühl bei jeder Frau, die dieser Frau ähnlich sieht, eine Alarmmeldung ausgibt. Wir finden diese Frau dann unangenehm und unsympathisch. Meist leider, ohne dass uns die Ursache bewusst ist. Gehen wir dann ohne weiteres Nachdenken nach unserem Bauchgefühl, so werden alle diese älteren Frauen von uns mit Antipathie gestraft.

Unser Gehirn neigt zu Verallgemeinerungen und Vereinfachungen

Erfahrungen werden vom Gehirn verallgemeinert und vereinfacht, damit sie als einfache Regeln zu handhaben sind. Dies hilft uns, uns schnell zu orientieren und Entscheidungen zu fällen. Dies birgt immer auch die Gefahr von zu starker Vereinfachung und Verallgemeinerung, die wir dann für wahr halten.

Dies kann zu Vorurteilen, Desinformation und falschen Entscheidungen in unserem Leben führen.  Zusammen können diese sehr viel Chaos und Fehlentscheidungen in unserem Leben anrichten.

Es gibt natürlich noch mehr, das es zu wissen gibt über das Bauchgefühl. Wenn du magst, schau dir das Video an!

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4 Kommentare

  1. Pia

    Ich finde die Beiträge verständlich, lehrreich,gehen sehr tief. Vielen Dank

    Antworten
  2. Silke

    Ich habe eine sehr ausgeprägte Intuition und mache immer wieder die Erfahrung, wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl höre und kognitiv entscheide, dann geht das immer schief, auch in der Partnerwahl. Die Intuition ist auch ein evolutionär angelegtes System, um blitzschnell entscheiden zu können, ob eine Gefahr droht. Das Bauchgefühl ist als erstes fa, erst danach schaltet sich der Verstand ein.

    Antworten
    • Dami Charf

      Liebe Silke, in dem Beitrag geht es nicht nur darum generell nie auf den Bauch zu hören. Eher darum, ab und zu die Möglichkeit zuzulassen, dass auch der Bauch sich gerne mal irren kann. Wenn dich deine Intuition bisher gut beraten hat, ist das auch schön. LG

      Antworten

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